Kurzbiographie
Jakov Bararon wurde 1939 als Kind einer angesehenen Belgrader Kaufmannsfamilie im beginnenden Weltkrieg geboren und aufgrund der politischen Ereignisse sehr bald von seiner Familie getrennt.
Die Nazis ermordeten seinen Vater Avram Bararon nach der Kapitulation der jugoslawischen Armee 1941 im Lager Banjica in der Nähe von Belgrad. Die Mutter Rikica erlebte das Kriegsende nach vielfacher Verfolgung als Häftling des Konzentrationslagers Mauthausen. Jakov, von seinen Angehörigen auch Jascha genannt, überlebte den Krieg dank der Hilfe serbischer Bauern, die den Säugling aufgenommen und bei sich versteckt hielten. Erst ein Jahr nach der Befreiung aus dem Konzentrationslager fand die Mutter ihr nun schon fast siebenjähriges Kind wieder. Mit Jakov reiste sie, Vergessen suchend, nach Frankreich.
1948 schloß sich Jakov einer der ersten organisierten jüdischen Jugendgruppen „Ali Jata noar“ an und reiste nach Israel. Dort erwarb er die ersten Grundkenntnisse und Erfahrungen jüdischer Bildung und Kultur, die später sein Werk wesentlich prägen sollten. 1957 entschied sich seine Mutter, doch nach dem damaligen Jugoslawien zurückzukehren. Ihr Zufluchtsort und Ziel war Sarajevo, eine Stadt mit reicher sephardischer Hinterlassenschaft.
Zu dieser Zeit hatte Jakov Bararon seine künstlerische Bestimmung bereits gefunden. Er war entschlossen, sich der Malerei zu widmen und besuchte in den Jahren 1957 - 1961 die Mittelschule für angewandte Kunst in Sarajevo sowie 1961 - 1966 die Akademie für angewandte Kunst, Abteilung ‚Graphik mit graphischem Design in Belgrad. 1966 - 1968 absolvierte Jakov Bararon erfolgreich ein post-graduate-Studium an der Academie des beaux arts in Paris.
In den Jahren 1969 - 1992 gestaltete Jakov Bararon zahlreiche Einzelausstellungen u.a in Sarajewo, Plovdiv, Ljubljana, Rom, Tel Aviv, Dubrovnik, Paris und Madrid. 1992 beteiligte sich Bararon an einer Gemeinschaftsausstellung „Sephardim 92“, die von Sarajevo über Toledo nach Tel Aviv hätte reisen sollen. Sie war der Erinnerung an die Vertreibung der Juden aus Spanien 500 Jahre zuvor gewidmet. Durch die Ereignisse des Bürgerkrieges sah sich Jakov Bararon gemeinsam mit seiner Frau Sonja selbst wieder auf der Flucht und vertrieben aus seiner erst 23 Jahre zuvor gefundenen Heimat Sarajevo. Mit dem Visum für Kanada in der Tasche nahm die Familie Zwischenstation im Flüchtlingslager Traiskirchen. Großzügigen Gönnern und neu gewonnenen Freunden ist es zu danken, dass Jakov Bararon in Österreich geblieben ist und Wien zu seiner neuen Heimat gewählt hat.
Entommen aus Kanzleizentrum Salzburg
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